Abschlussberichte 2016 - Kongresstagungen

28.11.2016: Markt und Marketing

Thema: Globale Trends und ihre Auswirkungen auf Märkte und Marketing
Datum 28-11-16 Zeit 9:00 bis 13:00 Uhr

Keynote-Speaker: Dr. Simone Kimpeler

Abschlussbericht:

 

Themen wie Trends im Weinmarketing, demografischer Wandel, Regionalität waren Gegenstand der Weinmarketingtagung, die der Deutsche Weinbauverband e.V. (DWV) in Kooperation mit dem Deutschen Weininstitut (DWI) und dem Forschungsring des Deutschen Weinbaus (FDW) veranstaltet hat.

 

Bei der mit etwa 100 Teilnehmern aus dem In- und Ausland sehr gut besuchten Veranstaltung „Markt und Marketing“ hatte Dr. Simone Kimpeler vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung eingangs die Komplexität der Ableitung von Szenarien der Zukunft, aber auch die damit verbundene Möglich­keit zur Erkennung von Marktchancen aufgezeigt.

 

Es folgten die wissenschaftlich fundierte Erörterungen der maß­geblichen Trends und deren Einfluss auf die Weinbranche, von demografisch bedingt reduziertem Weinkonsum, über Werte­wandel bis hin zum sich ändernden Kundenverhalten, immer mit Verweis auf konkreten Handlungsbedarf und Lösungsansätze. Die erkennbaren und weitreichenden Veränderungen und die Dynamik wurden von Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie und SPD-Parteivorsitzenden pointiert mit einer Neu­vermessung der Welt beschrieben. Die hohe Interaktion des Auditoriums hat die Relevanz der Handlungsfelder wie Kunden­bindung, Emotionen, Marken, Regionalität, Nachhaltigkeit und Emotionalität unterstrichen. Damit lieferte die Veranstaltung wertvolle Impulse für die Praxis, den Herausforderungen eines permanent steigenden Anspruchsverhaltens, der wachsenden Neugier der Konsumenten und spürbarer Komplexität proaktiv mit attraktivem Angebot im wettbewerbsintensiven Markt zu entgeg­nen. Moderator und wissenschaftlicher Leiter der Tagung war Prof. Dr. Marc Dressler vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz.

 

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Programm_Markt_und_Marketing.pdf

28.11.2016: Weinbau

Thema: Einfluss des Klimawandels auf den Weinbau
Datum 28-11-16 Zeit 9:00 bis 13:00 Uhr

Keynote-Speaker: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer

Abschlussbericht:

 

Im Mittelpunkt der Sektion Weinbau stand der Einfluss des Klimawandels auf die weinbauliche Produktion. 180 Tagungsgäste waren aus dem In- und Ausland angereist, um sich über aktuelle Themen und Forschungsergebnisse zu informieren.

Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister, Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Gründungsdirektor des Instituts für „Advanced Sustainability Studies“ führte in die Tagung ein.

Das Jahr 2016 konfrontierte die Winzer in bisher beispiellosem Ausmaß mit den unterschiedlichen Folgen des Klimawandels. Verheerende Starkregenfälle, lokale Hagelschäden, sich aus­breitende Pflanzenkrankheiten, neue Schädlinge gefährdeten die Weinernte nicht nur in deutschen, sondern in vielen europäischen Weinbaugebieten bis hin zu einer anhaltenden Trockenphase vor der Weinlese.

Von den Referentinnen und Referenten der Tagung wurden unterschiedliche Aspekte weinbaulicher Reaktionen auf den Kli­mawandel vorgestellt. Resistenzzüchtung bei Unterlagen und Re­ben, Wechselwirkung von verschiedenen weinbaulichen Rahmen­bedingungen mit der Weinqualität sowie der Einsatz von Drohnen und Robotern im Weinbau waren Schwerpunktthemen.

Neue Impulse konnten die Tagungsteilnehmer zusätzlich beim Besuch der Maschinenvorführung sowie der Sonderschau „Drohnen und Robotik“ auf der INTERVITIS INTERFRUCTA HORTITECHNICA 2016 erhalten.

Die Diskussion leiteten Prof. Dr. Hans Peter Schwarz und Prof. Dr. Manfred Stoll, beide Hochschule Geisenheim University. Die Tagung wurde vom DWV in Zusammenarbeit mit dem Ausschuss für Technik im Weinbau (ATW) und dem Bund Deutscher Önologen (BDO) ausgerichtet.

 

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Programm_Weinbau

29.11.2016: Önologie

Thema: Herausforderungen der Zukunft in der Önologie
Datum 29-11-16 Zeit 9:00 bis 13:00 Uhr

Keynote-Speaker: Prof. Dr. Monika Christmann

Abschlussbericht:

 

Die zukünftigen Herausforderungen in der Önologie sowie innovative Methoden und Technologien standen im Fokus der Tagung, die der DWV in Zusammenarbeit FDW und dem BDO ausgerichtet hatte. An der Tagung nahmen 110 nationale und internationale Experten und Praktiker der Weinbranche teil.

Im Titel ihres Keynote Vortrags griff die Präsidentin der Internatio­nalen Organisation für Rebe und Wein (OIV), Prof. Dr. Monika Christmann, das Tagungsmotto auf und erörterte in diesem Kontext den Klimawandel, neue rechtliche Situationen und den Verbraucherschutz. Ihrer Auffassung nach ist es sowohl für die Weinqualität als auch für die Authentizität von Weinen besser, neue apparative Technologien, die Stoffe entfernen oder umwan­deln, denjenigen vorzuziehen sind, die einen Zusatz von Additiven vorsehen.

In der Tagung wurden weinbauliche und mikrobiologische Heran­gehensweisen vorgestellt, die dem klimatisch bedingt steigenden Alkoholgehalten entgegenwirken. Bei den physikalischen Konser­vierungsverfahren wurden zwei Methoden präsentiert: Zum einen die UV-C Technologie, die als einfache, günstige Methode zur Entkeimung von Most und Wein beschrieben wurde; zum anderen die Druckwechseltechnologie, die vor allem zur Inaktivierung von Laccase als interessant einzustufen ist. Glutathion als potentielles, aber seitens der EU noch nicht zugelassenes Antioxidans wurde kontrovers diskutiert, da es einerseits die sortentypischen Thiole fördert, andererseits das auch natürlich in Trauben vorkommende Tripeptid zu Lagerböckser und hochfarbigen Weinen führen kann. Ein aktuelles Thema war der Übergang von Aromastoffen z.B. aus weinhaltigen Getränken via Dichtungen in önologischen Gerät­schaften, v.a. Füllanlagen. Das Quellvermögen von Dichtungen aus unterschiedlichen Materialien variiert sehr stark, allerdings konnten in Praxisversuchen bisher keine Aromarückstände im Wein nach der Abfüllung von aromatisierten Getränken und sach­gerechter Reinigung nachgewiesen werden. Ebenfalls dem Klima­wandel zuzuschreiben ist das vermehrte Auftreten der Petrolnote, die sich bei der Verwendung verschiedener Verschlüsse im Wein unterschiedlich äußern kann.

 

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Programm_Oenologie.pdf

29.11.2016: Wein, Tourismus und Architektur

Thema: Winzer auf dem Weg zum Dienstleister und Profitcenter
Datum 29-11-16 Zeit 9:00 bis 13:00 Uhr

Keynote-Speaker: Prof. Peter Wippermann

Abschlussbericht:

 

Die Tagung mit etwa 100 Teilnehmern hatte der DWV in Koope­ration mit der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO in Weinsberg) und der Bayerischen Landes­anstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG in Veitshöchheim) ausgerichtet. Die wissenschaftliche Leitung der Tagung hatten Dr. Hermann Kolesch (LWG) und Friedrich Lörcher (LVWO).

Trendforscher Professor Peter Wippermann ging in seinem Keynote-Vortrag auf die Merkmale einer schnelllebigen Gesell­schaft ein und stellte dabei heraus, dass alle Bereiche inzwischen digitalisiert sind, somit auch das Thema Essen. Facebook, Twitter, Instagram - Fotos von Essen und Essbarem sind überall. Und das hat einen Grund, sagt Trendforscher Peter Wippermann: „Nach einer Phase des Fast- und Junkfoods schätzen wir wieder den Genuss von gutem Essen.“

Bisher ging es z.B. bei Fleisch um Überfluss, convenience war wichtig und es durfte deftig sein. Heute geht der Trend in die andere Richtung, junge Menschen kaufen auf dem Wochenmarkt, suchen Obst und Gemüse selbst aus, wollen wissen woher es kommt. Für Menschen, die das ganz extrem betreiben, gibt es inzwischen die Bezeichnung: „Foodies“. „Das sind diejenigen, die sich bewusst mit Nahrung beschäftigen, das gleichzeitig sehr genussvoll tun und gemeinsames Essen als Möglichkeit sehen, in Verbindung zu bleiben“, stellte Wippermann fest. Verzicht steht dabei nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es um einen bewussten Umgang mit Nahrung und Nahrungsmitteln und um Gemeinschaft. Ein Grund, warum wir unser Essen ständig fotografieren und in sozialen Netzwerken posten, meint Peter Wippermann. „Gemein­sames Essen ist für den Menschen seit jeher enorm wichtig. Weil wir aber oft nicht mehr gemeinsam kochen und essen können, posten wir eben in den sozialen Netzwerken, was bei uns Gutes auf den Tisch kommt.“ Die Weinwirtschaft habe sich in Bezug auf diese Entwicklung und die Zielgruppe bisher allerdings noch nicht positioniert, so das Fazit Professor Wippermanns.

Zu Gast beim Winzer war ein weiteres wichtiges Thema der Tagung. Das Weingut/Weinhotel Meintzinger (Franken) und das Weingut Longen-Schlöder (Mosel) bieten in außergewöhnlicher Architektur bei höchster Servicequalität erfolgreich Wein und Dienstleistungen an. Der österreichische Architekt Markus Spitz­bart zeigte kreative Beispiele von gastronomischen Winzerbe­trieben. Er betonte die Bedeutung der konzeptionellen Planung von Projekten und zeigte dabei auch, wie durch gute Architektur die Marke aufgebaut und der Absatz gesteigert werden kann.

Petra Mayer von PM Kommunikation stellte The Spice Route in Paarl (Südafrika) als ein sensorisches Erlebnis für moderne Genießer vor. Innerhalb kurzer Zeit ist aus einer beschaulichen Weinfarm die Spice Route Destination geworden - eine kulina­rische Erlebniswelt. Eingebunden werden Partner, die mit Be­geisterung, Präzision und Leidenschaft ihr Handwerk ausüben. Das Angebot der Partner umfasst Weine, Biere, Schokolade, Café, Brennereiprodukte und vieles mehr. Alles wird selbst in Manufakturen vor Ort hergestellt. Zwei Gästeführer Weinerlebnis aus Franken und Württemberg, Martha Gehring und Regine Sommerfeld, stellten mit Begeisterung ihre Aktivitäten vor und erläuterten an einer Reihe von Beispielen, wie wichtig dabei die Zusammenarbeit mit den Winzerbetrieben sei.

Von den Hochschulen Harz, Professor Dreyer, und Geisenheim, Dr. Szolnoki, wurden wissenschaftliche Ergebnisse vorgetragen. „Neben der Architektur spielt die Bedien- und Verkostungs­organisation im Weinverkauf eine zentrale Rolle und auch die Servicequalität ist entscheidend dafür, um gute Ergebnisse zu erzielen, so Professor Dreyer. Dr. Szolnoki zeigte, wo der Rhein­gau als weintouristische Region derzeit steht und wie er sich weiterentwickeln muss.

 

 

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Programm Wein, Tourismus und Architektur

30.11.2016: Mikrobiologie und Analytik

Thema: Mikrobiologie und Analytik im Zeichen veränderter Anforderungen
Datum 30-11-16 Zeit 9:00 bis 13:00 Uhr

Keynote-Speaker: Dr. Corinna Dawid

Abschlussbericht:

 

Wie die Weinwirtschaft den Herausforderungen des Klimawandels im Bereich Weinanalytik und Mikrobiologie begegnet, interessierte 110 internationale Fachleute. Ein Plenarvortrag informierte, dass heutzutage bereits anhand von nur 35 Leitsubstanzen fast alle geschmacklichen Variationen der Rotweine objektiv nachvollzogen werden können und auch ihre Sensorik vorhergesagt werden kann. Die Analytik bietet Methoden an, um die Authentizität und Echtheit der Weine zu überprüfen. So können unzulässige Ver­schnitte oder Aromazusätze in Weinen sicher nachgewiesen werden. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausführungen lag bei der Gärführung der Weine. Neben der klassischen Weinhefe kommen auch neue Hefegattungen zum Einsatz, die die sensorische Vielfalt der Weine erhöhen, weil sie geruchslose Aromastoffvorläufer zu angenehm riechenden blumigen oder fruchtigen Aromastoffen freisetzen. Eine andere Strategie nutzt Hefen, um die Ausgangssubstanz für einen Weinfehler abzubauen und so das spätere Auftreten unerwünschter Noten bei der Reifung im Holzfass zu vermeiden. Andere Hefestämme sind fähig, die Säure im Wein zu erhöhen und damit den Geschmack, aber auch die Stabilität der Weine zu verbessern. Weitere Vorträge zeigten wie Milchsäurebakterien sowohl den Säure­eindruck vermindern, als auch das Aromabild positiv verändern. Abschließend wurden neue Verfahren zur Abtötung von Schad­organismen in Weinfässern vorgestellt und wie besonders hart­näckigen Fehlaromen erfolgreich ausgemerzt werden können.

Das Symposium belegte eindrucksvoll wie Mikrobiologie und Analytik Hand in Hand gehen, um nicht nur vielfältigere und bessere Weine herzustellen, sondern auch die Sicherheit des Weinherstellungsprozess zu erhöhen.

Diese Fachtagung wurde vom DWV in Zusammenarbeit mit dem Forschungsring des Deutschen Weinbaus (FDW) und dem Bund Deutscher Önologen (BDO) ausgerichtet. Die wissenschaftliche Leitung hatten Prof. Dr. Helmut Dietrich, Hochschule Geisenheim University, und Prof. Dr. Ulrich Fischer, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz.

 

 

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Programm_Mikrobiologie_und_Analytik.pdf

30.11.2016: Ökologischer Weinbau

Thema: Themen für den ökologischen Weinbau von morgen
Datum 30-11-16 Zeit 9:00 bis 13:00 Uhr

Keynote-Speaker: Dr. Felix Prinz zu Löwenstein

Abschlussbericht:

 

Der Deutsche Weinbauverband e.V. und ECOVIN, der Bundesverband Ökologischer Weinbau, hatten unter dem Motto: „Zukunft authentisch und innovativ gestalten – Klimawandel und Globalisierung meistern“ zum Ökoweinbautag im Rahmen des 62. Deutschen Weinbaukongresses nach Stuttgart eingeladen. Etwa 80 Tagungsteilnehmer informierten sich über aktuelle Fragen und Entwicklungen im Bioweinbau. Die wissenschaftliche Leitung der Fachtagung hatten Prof. Dr. Randolf Kauer (Hochschule Geisen­heim University) und Ralph Dejas (ECOVIN).

In den vergangenen Jahren hat das Interesse am ökologischen Weinbau extrem zugenommen. Aktuell beträgt die bio-zertifizierte Weinbaufläche in Deutschland ca. 8000 Hektar. Mit dem Thema „Globalisierung und Landwirtschaft“ führte Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologischer Lebensmittel­wirtschaft (BÖLW), in die Thematik des Kongresses ein. In seinem umfassenden Blick auf die drängenden Probleme unserer Zeit streifte er die Themen Klimawandel, Biodiversität, Trinkwasser­belastung, Ernährung, und Gesundheit. Die ökologische Land­wirtschaft und im speziellen der Ökologische Weinbau können dazu beitragen, Probleme nachhaltig zu bewältigen. Hier setzte Löwenstein wertvolle Impulse.

Die Bioweinbautagung widmete sich in einem breiten, ganzheit­lichen Feld sowohl mit Fragen zu Anbau und Verarbeitung als auch zur Ökonomie und zur Vermarktung von ökologisch erzeugten Weinen. Wie sich die Umstellung auf bio-organischen und bio-dynamischen Weinbau auf die Rebe und die Qualität der Trauben auswirkt, wurde in mehreren Vorträgen beleuchtet. Umfangreiche Ergebnisse aus einer Langzeitstudie über zehn Jahre zum Vergleich integrierter Wirtschaftsweise und bio-orga­nischer sowie bio-dynamischer Wirtschaftsweise aus Deutschland, ergänzt um einen Beitrag aus Trento, Italien, zeigen, dass die Umstellung zwar zu Ertragsreduzierungen führt, jedoch die Qualität der Trauben durch eine bessere Laubwandstruktur positiv beeinflusst wird. Geringerer Botrytisdruck und reduzierte Essig­fäule sind ein Resultat – weitere, wenn auch begrenzte Wirkun­gen, sind durch die Anwendung von Bikarbonaten und Wasserglas möglich.

In Zeiten des Klimawandels steht auch die Bodenbewirtschaftung vor neuen Herausforderungen – sowohl in der Rebgasse als auch im Unterstockbereich. Erstmals durchgeführte Untersuchungen zur mikrobiellen Biodiversität (Pilze und Bakterien) eines Wein­bergbodens bei unterschiedlicher Bewirtschaftung gaben einen spannenden Einblick in die Veränderung der Bodenfauna bei langjähriger bio-organischer und bio- dynamischer Bewirt­schaftung.

Aus aktuellem Anlass wurde während der Tagung auch die Problematik des Pflanzenschutzes im Jahr 2016 aufgegriffen, und hier insbesondere das Thema Klimawandel und seine Auswir­kungen auf die Rebschutzstrategien bei eingeschränkten Möglich­keiten im Rahmen der Kupferreduzierung erörtert. Insbesondere das Fehlen der Phosphonat haltigen Pflanzenstärkungs- bzw. Schutzmittel zeigte gerade im aktuellen Jahr die Problematik sehr deutlich.

Hermann Hohl, Weinbaupräsident in Württemberg, betonte in diesem Zusammenhang, dass die Bemühungen auf Listung der bis 2013 zugelassenen Phosphonate auf politischer Ebene auf Hochtouren laufen. November fand in Brüssel auf Initiative des baden-württembergischen Landwirtschaftsministers Peter Hauk gemeinsam mit dem DWV und Vertretern von ECOVIN sowie Kollegen aus Österreich, Luxembourg und aus der Tschechischen Republik ein intensiver Gedankenaustausch mit der Kommission statt, an dessen Ende die Idee einer Tagung im Januar 2017 stand. Auf dieser Tagung soll ausschließlich das Thema Phosphonate auf der Agenda stehen.

Pilzwiderstandsfähige Rebsorten sind die eindeutigste Antwort auf diese Fragen, daher widmeten sich zwei weitere Vorträge den Erfahrungen mit neuen pilzwiderstandsfähigen Rebsorten im Hin­blick auf Wuchs, Anfälligkeit und ihrem Beitrag für einen nachhaltigen Weinbau in zukünftigen Anbausystemen.

Abschluss und Höhepunkt der Tagung bildete die Verleihung des PIWI International Weinpreises durch den baden-württembergi­schen Landwirtschaftsminister Peter Hauk und die Deutsche Weinkönigin Lena Endesfelder. Sie betonten die enormen Chancen, die durch den Anbau von PIWIs gegeben sind. Über 300 Weine aus 14 Ländern, von Italien bis Dänemark, zeigten das hohe Leistungsniveau, welches bei den eingereichten Weinen erreicht wurde. 15 x Großes Gold, 105 x Gold und 124 Silber­medaillen konnten vergeben werden.

 

Das Tagungsprogramm finden Sie hier!

Programm_Oekologischer_Weinbau.pdf